NetObjects Fusion 2015

un - heil
Vorhaut, Phimose & Beschneidung
ZeitgemĂ€ĂŸe Antworten fĂŒr Jungen, Eltern und Multiplikatoren

Trotz moderner nichtoperativer und vorhauterhaltend operativer Behandlungs- möglichkeiten mit hervorragenden Ergebnissen werden auch in Deutschland noch immer zahllose Jungen wegen einer meist völlig harmlosen Phimose an ihrer Vorhaut beschnitten.

Die Tatsache, dass eine symptomfreie verengte oder verklebte Vorhaut bis zur PubertĂ€t gar keiner Behandlung bedarf, weil es sich um einen entwicklungsphysiologisch normalen Zustand handelt, erfahren Eltern und Jungen nur selten. Genauso wenig sind ihnen die möglichen physischen, sexuell-funktionellen und psychischen Folgen bewusst, die eine Beschneidung neben dem ĂŒblichen Operations- und Narkoserisiko verursachen kann.

In Übersee machen Pharma- und Kosmetikkonzerne das große GeschĂ€ft mit der Vorhaut und den Schmerzen mĂ€nnlicher Neugeborener.

In Afrika und Australien ist die Beschneidung von Jungen ein grausames Ritual, das jĂ€hrlich viele Tote fordert, und fĂŒr Juden und Moslems ist der beschnittene Penis ein identitĂ€tsstiftendes Symbol, auf das man keinesfalls verzichten kann.

Die oft erschreckend oberflĂ€chliche SexualaufklĂ€rung von Jungen trĂ€gt ein Übriges dazu bei, dass Erwachsene weltweit, fast selbstverstĂ€ndlich und ungestraft an der VerstĂŒmmelung kindlicher Penisse festhalten können.

Die einzigen, die bei all dem nicht gefragt werden, sind die betroffenen Jungen selbst!

Zur 2. Auflage:

Die Erstauflage von „un-heil – Vorhaut, Phimose & Beschneidung: ZeitgemĂ€ĂŸe Antworten fĂŒr Jungen, Eltern und Multiplikatoren“ erschien im MĂ€rz 2012 und damit kurz vor dem „Kölner Urteil“, das zur Beschneidungsdebatte und schließlich dem deutschen “Beschneidungsgesetz” § 1631 d BGB fĂŒhrte.

Aufgrund dieser zwischenzeitlichen Ereignisse war es nun an der Zeit fĂŒr eine ĂŒberarbeitete und erweiterte Neuauflage des Buches, die kurz vor Weihnachten 2016 veröffentlicht wurde.

Auch die Neuauflage von „un-heil“ enthĂ€lt – ausfĂŒhrlich, z. T. ĂŒberarbeitet und stets in verstĂ€ndlicher Sprache gehalten:

 

  • ErlĂ€uterungen zu Aufbau, Entwicklung und Funktionen von Penis und Vorhaut, die deutlich ĂŒber andere AufklĂ€rungsmaterialien und Sexualkundeunterricht hinausgehen,
  • ein noch einfacher formuliertes Kapitel mit Wissen fĂŒr Jungs ab 4 Jahren,
  • detaillierte Informationen zu Phimose (Vorhautverengung) und anderen Vorhautproblemen sowie vorhauterhaltende Behandlungsmöglichkeiten,
  • Tipps fĂŒr den Arztbesuch und die Behandlungsentscheidung im Fall von Vorhautproblemen,
  • eine ErlĂ€uterung der Rechte von Kindern als Patienten,
  • eine Darstellung von kurz- und langfristigen negativen körperlichen und psychischen Folgen einer Beschneidung und Tipps zum Umgang damit sowie
  • die Geschichte und Rechtfertigungen von mĂ€nnlichen und weiblichen GenitalverstĂŒmmelungspraktiken weltweit und ihre Verquickung mit religiösen, wirtschaftlichen und politischen Interessen.

 

Neu hinzugekommen sind eine ErlĂ€uterung und Bewertung der speziellen rechtlichen Situation in Deutschland nach der Verabschiedung von  § 1631 d BGB, ein Vorwort der Vorsitzenden von intaktiv, Viola SchĂ€fer, sowie Kontaktinformationen fĂŒr weiterfĂŒhrende Beratung.

„un-heil“ ist auch in der Neuauflage eine wertvolle Informationsquelle fĂŒr Eltern, Betreuer und alle anderen, die mit dem Wohlergehen und der Gesundheit von kleinen und grĂ¶ĂŸeren Jungen zu tun haben – und natĂŒrlich fĂŒr mĂ€nnliche Jugendliche selbst.

Die Neuauflage ist im Verlag tredition als Taschenbuch, gebunden und als E-Book erhÀltlich.
 

Aus dem Vorwort von Dipl.-Psych. Viola SchÀfer zur 2. Auflage

„Im Jahr 2012 gab es in Deutschland zum ersten Mal eine breite gesellschaftliche Debatte ĂŒber die „Beschneidung“ von Jungen, nachdem das Landgericht Köln die Beschneidung eines damals vierjĂ€hrigen Jungen muslimischer Eltern fĂŒr unrecht erklĂ€rt hatte. Diese Debatte fand ihr jĂ€hes und trauriges Ende am 12. Dezember 2012, als der Deutsche Bundestag mit Paragraf 1631 d des BĂŒrgerlichen Gesetzbuchs (BGB) beschloss, dass Jungen auch ohne medizinische Indikation beschnitten werden dĂŒrfen. Damit wurden alle Jungen in ihrem Recht auf die körperliche Unversehrtheit ihrer Geschlechtsorgane schutzlos gestellt: Die Vorhaut als sexuell sensibelster Teil ihres Penis gehört fortan im Grunde nicht mehr ihnen selbst, sondern ihren Eltern. Jungen mĂŒssen sich also nach dem Willen des Deutschen Bundestags die Vorhaut abschneiden lassen, falls ihre Eltern das wĂŒnschen.

Es ist also höchste Zeit, etwas zu tun fĂŒr Menschen, die durch die „Beschneidung“ von Jungen direkt oder indirekt betroffen sind, die sich informieren oder mithelfen wollen, diesen menschen- und kinderrechtswidrigen Zustand zu beenden.

Jedes Kind hat ein Recht auf seinen eigenen,
unversehrten und vollstÀndigen Körper!

Jungen dĂŒrfen und sollen sich Hilfe suchen, wenn Erwachsene ĂŒber ihre Köpfe hinweg entscheiden, ihren Söhnen die Vorhaut amputieren zu lassen.

Eltern dĂŒrfen und sollen sich wehren, wenn ein Arzt ihren Sohn beschneiden will und keine vorhauterhaltenden Möglichkeiten anbietet oder gelten lĂ€sst.

Das Buch möchte Argumente liefern, um so vielen Jungen wie möglich ein Aufwachsen mit natĂŒrlich belassenen, intakten, gesunden Geschlechtsorganen zu ermöglichen. Es richtet sich als Ratgeber und Informationsquelle besonders an

Jungen, Eltern und alle Menschen, die gerne mehr ĂŒber die Themen „Vorhaut“ und „Beschneidung“ wissen möchten – und es möchte Eltern, vor allem aber die Jungen selbst, stark machen.”

Das Buch wird empfohlen bei PÀdInform, dem Intranet des Berufsverbandes der Kinder- und JugendÀrzte e. V.

Lichtenheldt, Mario,
un-heil, Vorhaut, Phimose & Beschneidung, ZeitgemĂ€ĂŸe Antworten fĂŒr Jungen, Eltern und Multiplikatoren,
Verlag Tredition, Hamburg,
224 Seiten,
ISBN (Paperback): 978-3-7345-8004-8,
14,00 EUR,
ISBN (e-Book): 978-3-7345-8006-2,
4,00 EUR
ISBN (Hardcover): 978-3-7345-8005-5
19,00 EUR